Die Erfinder des Crossover live in Zürich

Das Debüt von Ice-Ts Gitarrenband Body Count begründete vor mehr als 25 Jahren nicht nur den Crossover. Für Polizisten und Politiker war „Cop Killer“ der Zündfunken der Rassenunruhen in Los Angeles. Einen Monat nach der Veröffentlichung des Albums „Cop Killer“ zählte man in den Strassen von LA die Toten. 48 Männer, fünf Frauen, das war die traurige Bilanz, oder eben der Body Count, wie die Anzahl getöteter Feinde im Krieg genannt wird.

Auslöser des Gewaltausbruchs war ein Gerichtsurteil. Ein Geschworenengericht – ohne Afroamerikaner – hatte vier Polizisten freigesprochen, die den Farbigen Rodney King nach einer Verfolgungsjagd mit ihren Schlagstöcken fast zu Tode geprügelt hatten.

Die Polizeiverbände selbst prangerten das «Cop Killer»-Album bald als Anstifter des Aufstandes an. Immerhin knallt Ice-T schon im Intro einen Officer über den Haufen. Diese 1, 2, 3 Schüsse zählen die musikalische Revolution des Albums ein: Gangsta-Rap meets Metal-Guitars: der Crossover war geboren. Run-D.M.C. hatten zwar schon mit Aerosmith «Walk this Way» gespielt, doch die Rock- und Rap-Parts waren klar getrennt nach Rasse. Hard Rock und Heavy Metal waren weiss. Ice-Ts Metalheadz aber waren «Motherfucking Niggaz», wie der Bandleader seine Musiker nebst vielen anderen Flüchen anpreist.

Die geballte Aggression des Bürgerschrecks Body Count muss man live erlebt haben. Seltene Gelegenheit dazu gibt’s am Donnerstag, 21. Juni im Komplex 457 in Zürich.

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